Nachhaltigkeit durch Einbezug der Eltern im Circulo Infantil Oruga 

 

Schon bei der Gründung des Circulo Infantil Oruga (CIO) war allen Beteiligten klar, dass die Arbeit mit den Kindern allein nicht genügen kann, denn die Defizite bei den Eltern, was das Wissen über Erziehung, Werte und Normen sowie Hygiene anbelangt, sind enorm. Die Schulung der Mütter und einiger Väter in der Elternschule wurde zu einem zentralen Punkt des Projektes. Durch den Einbezug der Eltern bei der Planung der Themen für die Elternschule, wird ihr Interesse zusätzlich gefördert.

Im Weiteren verlangen wir von den Eltern das Reinigen der Schulhäuser, das mittels eines von den Lehrerinnen zusammengestellten Putzplanes organisiert ist und die Teilnahme im Elternverein, der sich selbst konstituieren muss und einen Präsidenten wählt. Zudem wählen die Eltern jeder Klasse einen Klassensprecher. Die Hauptaufgaben des Vereins bestehen darin, den Betrieb der Schule in allen seinen Belangen zu unterstützen, sei dies bei der Vorbereitung von Festen, bei Ausflügen, bei der Pflege der Häuser und Umgebung sowie bei der Beschaffung von Mitteln für Neuanschaffungen wie z.B. Stühle für die Elternschule oder einen Computer für die Lehrerinnen.

Im Rahmen meines dreiwöchigen Besuches des CIO im März dieses Jahres wollte ich nun mit Hilfe von Gesprächen mit den Lehrerinnen, Eltern, ehemaligen Schülerinnen und Schülern des CIO sowie Lehrpersonen der öffentlichen Schule erfahren, wie es mit der Nachhaltigkeit des Projektes aussieht. Ich wurde positiv überrascht.

Die Eltern fühlen sich als Teil des Projektes und sind stolz darauf. Die Elternschule sehen sie als Geschenk, das ihnen und ihren Kindern auch in der Zukunft hilft. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen ist das Reinigen des Schulhauses eine Selbstverständlichkeit wie auch die Teilnahme im Elternverein mit den dazugehörigen Verpflichtungen.

Durch diesen Einbezug in das Projekt lernen die Mütter und Väter eine neue Gemeinschaft kennen, die zugunsten ihrer Kinder wirkt. Wenn die Kinder dann vom CIO in die öffentliche Primarschule übertreten, ist es den Eltern bewusst, dass sie sie weiterhin begleiten und unterstützen müssen.

Sie kontrollieren die Hausaufgaben, was die Volksschullehrpersonen kaum machen und üben mit den Kindern. Sie getrauen sich auch vermehrt sich für ihre Kinder einzusetzen, wenn es in der Schule Probleme gibt. Einige Mütter reinigen das Schulhaus, wenn es ihnen zu schmutzig ist und organisieren das Streichen der Klassenzimmer. Obwohl in der öffentlichen Schule eine Art Pausenkiosk besteht, geben sie ihren Kindern weiterhin einen gesunden Znüni samt selbstgemachtem Fruchtsaft mit, wie sie das im CIO gelernt haben.

Den Lehrpersonen der öffentlichen Schule fällt auf, dass die ehemaligen Kinder des CIO sich besser konzentrieren können, sauber arbeiten, sich nicht prügeln, einander helfen und bereit sind etwas zu teilen. Sie schätzen die Arbeit des CIO sehr.

Viele im CIO gelernten Verhaltensweisen werden zuhause weiterhin gepflegt, sei dies das Händewaschen, das Zähneputzen, das Trennen von Abfall und der sorgsame Umgang mit der Natur.

 

Christoph Kilchsperger, 5.4.2013