Ziele

Alternative

Im "Círculo Infantil Oruga" möchten wir eine Alternative zu den kaum existierenden, jedoch autoritär geführten honduranischen Kindergärten sein, in denen den Kindern fast ausschliesslich Disziplin, Gehorsam, Stillsitzen und das Wissen des 1. Schuljahres eingetrichtert wird.

Obwohl wir sehr stolz auf unsere mittlerweile eigenen und schönen Räume in El Zapotal mit gutem Material sind, ist uns doch die Atmosphäre, die den Kindern das Lernen in jeglicher Hinsicht erlaubt, am wichtigsten.


Pädagogik

Unser pädagogisches Programm richtet sich nach dem "IB Primary Years Program for Students aged 3 to 12". Dabei entdeckt das Kind auf forschende Weise die Welt im Klassenzimmer, zuhause und draussen selbst, was schon seit vielen Jahren in der Schweiz eine anerkannte und weitverbreitete Pädagogik ist.

Wir möchten, dass die Kinder bei uns sich selbst sein dürfen und lernen können, was sie interessiert. Besonders wichtig ist es uns, dass sie sich sowohl in intellektueller als auch in sozialer und körperlicher Hinsicht entwickeln. Deshalb sind bei uns Kreativität, Selbstbestimmung, Sensibilität, Kommunikation und Bewegung von besonderer Bedeutung.


Spielen heisst leben

Aus diesem Grund legen wir grossen Wert auf das Spielen, denn: Spielen heisst leben ("jugar es vivir"). Im Spiel in den verschiedenen Spielecken können die Kinder sich und ihre Welt entdecken, erforschen und sich über ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Eher nebenbei erlernen sie auch die nötigen Voraussetzungen für das Lesen, Schreiben und Rechnen.

Natürlich gibt es aber auch jeden Tag strukturierte Einheiten zu Themen aus der Lebenswelt der Kinder, sei es "Mein Körper", "Meine Familie", "Unsere Tiere", "Das Wetter" o.ä. Bei diesen Einheiten achten wir immer darauf, den Kindern verschiedenste Aktivitäten anzubieten, so dass sie mit all ihren Sinnen verstehen und lernen können.

Wir bemühen uns um eine individuelle Förderung und einen engen persönlichen Kontakt zwischen der Lehrerin und dem einzelnen Kind. Jedes Kind wird so respektiert, wie es ist. Falls es Schwierigkeiten gibt, suchen wir das Gespräch mit den Eltern und bieten soweit möglich besondere Förderung an.


Für alle Eltern erschwinglich und für jedes Kind von Bedeutung

Es ist uns wichtig, diesen Kindergarten in einem benachteiligten Quartier anzubieten, da gerade die Kinder, die dort wohnen, keinen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung und Erziehung haben. Besonders arme und ungebildete Familien verstehen den Wert des Besuches des Kindergartens nicht und schreiben ihr Kind nicht ein. Bei Hausbesuchen durch die Lehrerinnen versuchen wir die Mütter davon zu überzeugen, ihr Kind in den Circulo Infantil Oruga zu schicken.

Wir verlangen von den Eltern nur einen kleinen Monatsbeitrag von 200 HNL (= Sfr. 10.- / Der Grundlohn in Honduras liegt momentan bei 6700 HNL), der ausschliesslich zur Deckung der Strom- und Trinkwasserkosten, der Gebühren des Telefons und für Kopien verwendet wird. Eltern, deren finanzielle Verhältnisse das Zahlen des Monatsbeitrages nicht erlauben, werden davon befreit.

Die Uniform, d.h. das Polo-Shirt und der Stoff für die Hose, die selber genäht werden muss, kostet 250 HNL.


Besondere Förderung

Eine unserer Lehrerinnen, Patricia Quiroz, arbeitet individuell mit den Kindern, die besondere Förderung brauchen. Oft sind es sprachliche Probleme, manchmal auch Verhaltensauffälligkeiten, Hyperaktivität, motorische Koordinationsschwierigkeiten oder Aggressivität, die die Kinder zu ihr führen. Je nach Fall bekommen diese Kinder ein- bis dreimal pro Woche Einzelunterricht, der jeweils auf ihren Entwicklungsstand zugeschnitten ist. Seit 2005 konnten wir mit diesem Angebot schon vielen Kindern helfen, besser zu artikulieren, sich besser zu bewegen oder sich besser in ihrer Gruppe zu integrieren.

Falls die Kinder weitere professionelle Hilfe benötigen, vermitteln wir sie an die Stiftung TELETON weiter, mit der wir eng zusammenarbeiten.


Gesunde Ernährung

Wir legen grossen Wert darauf, dass die Kinder eine gesunde Zwischenmahlzeit mitbringen wie z.B. Früchte, Tortillas und Bohnen, die in Honduras relativ günstig zu kaufen sind. In der Elternschule lernen die Mütter, was gesunde Ernährung ist und sie bemühen sich auch sehr, ihren Kinder einen gesunden Znüni mitzugeben.


Hygiene

Vor und nach jeder Zwischenmahlzeit müssen die Hände gewaschen werden. Da viele Kinder zuhause kein fliessendes Wasser haben, geniessen sie das Händewaschen sehr. Nach dem Znüni werden draussen an einem grossen Trog die Zähne geputzt.

Von Zeit zu Zeit übt der Zahnarzt das Zähneputzen mit den Kindern und den Eltern. Zudem kontrolliert und zieht er, wenn nötig, Zähne.